Ohm Krüger (1941) @ Filmraum, Hamburg [24. April]

Ohm Krüger (1941)


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24.
April
17:45 - 20:45

 Facebook-Veranstaltungen
Filmraum
Müggenkampstr. 45, 20257 Hamburg
Filmreihe im April:
Spielfilme im Nationalsozialismus
Eine Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel

Dienstag, 24. April 2018, 17.45 Uhr
Ohm Krüger (1941)
Filmseminar mit Einführung – Teil 2
Veranstaltungsort: Filmraum, Müggenkampstraße 45
Der antibritische Historienfilm zählte zu den aufwändigsten Produktionen des nationalsozialistischen Films und wurde ein großer Publikumserfolg. Dem Film wurde das Prädikat „Film der Nation“ verliehen, Hauptdarsteller Emil Jannings, der auch die Produktion übernommen hatte, erhielt für seine Leistung den „Ehrenring des Deutschen Films“. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Ohm Krüger von den alliierten Siegermächten beschlagnahmt und kann heute als Vorbehaltsfilm in Deutschland nur im Rahmen spezieller Bildungsveranstaltungen gezeigt werden.
Unter der Regie von Hans Steinhoff, Karl Anton und Herbert Maisch wurden das Leben des südafrikanischen Politikers Paul Krüger und der Burenkrieg inszeniert. Neben Carl Peters war Ohm Krüger wohl der bekannteste antibritische Spielfim, in dem das britische Empire als der „brutale Feind jeder Ordnung und Gesittung“ dargestellt wird, der vor keiner Schandtat zurückschreckt. Bezeichnend dabei ist, dass der britische Kolonialoffizier General Kitchener Methoden totaler Kriegführung anwendet, die — im Film als typisch britisch gebrandmarkt — tatsächlich zahlreiche Elemente des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges in Osteuropa aufweisen. Demgegenüber wird Paul Krüger zu einer Hitler vorwegnehmenden germanischen Führergestalt stilisiert, dessen letzte Worte wie ein Vermächtnis klingen: „Große, mächtige Völker werden gegen die britische Tyrannei aufstehen. Sie werden England zu Boden schlagen. Gott wird mit ihnen sein. Dann ist der Weg frei für eine bessere Welt.“

GELEITWORT
Anhand von vier Beispielen beleuchtet das Filmseminar der Geschichtswerkstatt Eims-büttel die vielfältigen Funktionen von Spielfilmen während des Nationalsozialismus. Da-bei soll es nicht um reine Propagandafilme wie Jud Süß oder Hitlerjunge Quex gehen, in denen das NS-Regime zentrale Aspekte seiner Ideologie wie die „Rassenlehre“ pro-pagierte oder die „Kampfzeit“ der NS-Bewegung glorifizierte. Der weitaus größte Teil der während des „Dritten Reiches“ gedrehten Spielfilme wollte nicht allein indoktrinie-ren, sondern vor allem die „Volksgemeinschaft“ unterhalten. So kommt etwa der 1937 von Detlef Sierck gedrehte Film La Habanera auf den ersten Blick als reines Melodram daher, in dem eine schwedische Bürgerstochter namens Astrée Sternhjelm den fal-schen Mann, den selbstherrlichen und herrschsüchtigen Großgrundbesitzer Don Pedro de Avila, heiratet. Zehn Jahre später ist die Ehe zerrüttet, Astrée von Heimweh geplagt, zumal sie der eifersüchtige Ehemann wie eine Gefangene hält und versucht, den ge-meinsamen Sohn allein nach seinen Vorstellungen zu erziehen. Jenseits der Tatsache, dass Zarah Leander mit einem ihrer erfolgreichsten Musiktitel, Der Wind hat mir ein Lied erzählt, ihr Publikum begeistert, lässt der Film keine Gelegenheit aus, die vermeintliche Überlegenheit der „nordischen Rasse“ in Szene zu setzen. Wurde dieser Film noch zu Friedenszeiten gedreht, sind Ohm Krüger, Der Große König und Kolberg Spielfilme mit historischer Thematik, die dem NS-Staat während des Zweiten Weltkrieges als „Aufbau-„ und „Durchhaltefilm“ dienten oder den Kriegsgegner Großbritannien aufgrund des überaus brutalen britischen Vorgehens im südafrikanischen Burenkrieg (1899-1902) moralisch zu diskreditieren versuchten. Insbesondere die Historienfilme veranschauli-chen das nationalsozialistische Geschichtsbild, indem sie die aktuelle NS-Politik mithilfe historischer Deutungen, die sich nicht selten als Geschichtsklitterungen entpuppen, zu legitimieren trachteten, etwa indem sie Hitlers Kriegspolitik analog zur höchst riskanten, letztlich aber erfolgreichen Kriegführung des Preußenkönigs Friedrich „des Großen“ ins rechte Licht zu setzen versuchten.

Weitere Termine:

Dienstag, 5. Juni 2018, 17.45 Uhr
Der Große König (1942)

Dienstag, 12. Juni 2018, 17.45 Uhr
Kolberg (1945)
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